Die Bevölkerung Palästinas – Warum der Einheitsstaat die einzige Lösung ist

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Wenn man in der heutigen Zeit über die Bevölkerung Palästinas nachdenkt, dann sticht immer ein Faktor hervor: „Israel“. Doch die israelische Betrachtung ist nicht ausreichend, um die Situation der Bevölkerung zu verstehen. Eher ist das sogenannte Gebiet „Israel“ nur ein Täuschungsmanöver, dass verhindert, dieses Thema genauer zu analysieren. Es verhindert, dass man über den Tellerrand hinausschaut. Denn erst mit dem, was über den Tellerrand sichtbar wird, ergibt das Gesamtbild einen Sinn.

 

Kurzanalyse

Die Bevölkerung Palästinas ist durch verschiedene politische Auseinandersetzungen und weiteren Faktoren wie beispielsweise den Grenzmauern, erbaut von Israel, in drei Gruppen aufgeteilt. In Gaza, Westbank und Israel.

Diese Aufteilung ist bewusst gewählt und wird weltweit in der Regel so dargestellt. Selten werden alle drei Gebiete zu einem Einheitsstaat zusammengefasst. Doch warum? Es liegt am Täuschungsmanöver, welches ich gleich beschreiben werde.

Die Methodik liegt in der Ursache selbst, weil Israel nie einen Einheitsstaat mit anderen Gruppen wollte. Sie wollten und wollen nur den „Jüdischen Staat Israel“.

Betrachtet man also die Bevölkerung in den drei Bereichen, so scheint dieser Staat tatsächlich „realisiert“. Denn laut der CIA sind 75% der Israelis Juden. Hier ist allerdings zu erwähnen, dass damit nicht ausschließlich Anhänger des Judentums gemeint sind. Viele Israelis sehen sich als Juden im Sinne einer „Rasse“, aber in ihrem Glauben sind sie beispielsweise Atheisten. Kaum vorstellbar, falls man eigentlich immer gedacht hat, dass alle Juden Anhänger des Judentums sind. Dem ist nicht so.

Also die Mehrheit in Israel sind Juden und damit ist der Staat gerechtfertigt, alles Friede Freude Demokratie. Ende gut alles gut! Falsch. Hier wurde man getäuscht.

Man muss die Perspektive wechseln, auch wenn es manchen schwerfallen mag. Dieser Staat hat nicht mal eine demokratische Legitimation, geschweige eine legale Gründungsgeschichte. Da es Israel seit 1948 nicht gelungen ist, die Urbevölkerung Palästinas zu vertreiben, mussten sie diese zumindest in kleinere Gebiete „konzentrieren“, damit ihr Gebiet gewahrt und somit jüdisch bleibt. Gehen wir zur Perspektive der Gesamtbevölkerung:

 

Einwohner Israel: 8.049.314
Einwohner Westbank: 2.785.366
Einwohner Gaza: 1.869.055
Gesamt: 12.703.735

 

Von den drei Gebieten die Anzahl/Prozent der Muslime, Juden und Christen:

 

5.626.556 Muslime – 44,3 %
6.426.937 Juden – 50,6 %
650.243 Christen (und Sonstige) – 5,1 %

 

Und schon verändert sich das Bild völlig, denn nur die Hälfte der Bevölkerung in Palästina ist „jüdisch“. Hier wurden ausschließlich die Zahlen des CIA genutzt, also rein westliche Quellen und es sind nicht die Palästinenser berücksichtigt, die aufgrund von Vertreibung beispielsweise im Libanon, Jordanien oder in anderen Teilen der Welt leben. Erhielten diese ein Rückkehrrecht in ihre Heimat und auch nur eine Million würde dies verwirklichen, dann wären sie wieder die größte Gruppe im Land.

Jetzt stelle man sich mal vor, die Mauern wären schon morgen weg, man einigt sich auf einen Einheitsstaat und es herrscht, inschallah, wieder Frieden. Es wäre definitiv nicht mehr möglich, den Staat „jüdisch“ zu nennen, da das nur auf die Hälfte der Bevölkerung zutrifft. Man müsste bei einem solchen Modell den anderen Bevölkerungsgruppen viele Rechte gewähren und der Staat würde sich grundlegend verändern. Es würden Wahlen erfolgen und ehe man sich versieht, ist der erste Präsident ein nicht-jüdischer Palästinenser.

Diese Veränderung will man aber in Israel aktuell nicht sehen, darum sind die Mauern so wichtig und die dazugehörigen künstlichen Grenzen in Palästina. Aber man kann sich wehren, wie man will. Man kann auch weiterhin auf Terror und Apartheid setzen wie bisher. Die bittere Realität für das heutige zionistische Israel wird jedoch immer sein:

Der Einheitsstaat für alle religiösen Gruppen und Ethnien, ist die einzige Lösung für Palästina.

 

Autor: Kenan Dzudzic